Die Geschichte der AG Fuß in der DDG e.V.

Die AG Diabetischer Fuß wurde im Jahre 1992 gegründet. Sie versteht sich als interdisziplinäres Forum, das allen Berufsgruppen, die an der Therapie und Prävention des diabetischen Fußes beteiligt sind, offen steht.
Inzwischen ist die AG Diabetischer Fuß die mitgliederstärkste Arbeitsgemeinschaft der DDG mit nahezu 500 Mitgliedern. Auch wenn die Mehrzahl der Mitglieder Diabetologen sind, war von Anfang an die Mitgliedschaft anderer Berufsgruppen erwünscht, wobei die Mitgliedschaft in der DDG nicht zwingend erforderlich ist.

Erfreulicherweise hat sich die AG Diabetischer Fuß dadurch zu einem wirklichen interdisziplinären Forum entwickelt, an dem Ärzte der verschiedensten Fachrichtungen, insbesondere auch Chirurgen und Gefäßchirurgen teilnehmen. Besonders erfreulich ist die aktive Teilnahme vieler nichtärztlicher Berufe vor allem von Diabetesberatern, Orthopädieschuhmachern und Fußpflegern/Podologen/innen.
Die AG veranstaltet jährlich ein zweitägiges Arbeitstreffen, bei dem Fortbildungsvorträge, der wissenschaftliche Austausch durch Präsentation von eingereichten Abstracts und vor allem die Diskussion aktueller Projekte, die meist durch Arbeitsgruppen vorbereitet wurden, im Mittelpunkt stehen.
Die verschiedenen Arbeitsgruppen der AG Diabetischer Fuß haben im Lauf der Jahre unterschiedlichste Themen im Bereich des diabetischen Fußsyndroms bearbeitet und dadurch entscheidend zur Produktivität dieser AG beigetragen.


Außerdem organisiert die AG in der Regel im Rahmen der Jahrestagungen der DDG ein Vorsymposium, um die Mitglieder der DDG über neue Entwicklungen im Bereich des Diabetischen Fußsyndroms zu unterrichten.


Die erste offizielle Arbeitstagung der AG Fuß fand 1993 in Oppenheim statt. Im Rahmen dieser Tagung wurde die Oppenheimer Erklärung, die sogenannte Amputationsnotbremse verfasst.
Diese konzise Handlungsanweisung zur Amputationsvermeidung hat bis heute nichts von ihrer Bedeutung eingebüßt und ist notwendiger denn je.


In Magdeburg fand 1994 das nächste Arbeitstreffen statt mit der Verabschiedung der Geschäftsordnung der AG. Die Anerkennung als offizielle Arbeitsgemeinschaft der DDG wurde im Mai 1995 ausgesprochen. Die Eintragung als gemeinnütziger Verein erfolgte im Jahr 2002.


In Wilsede wurde 1995 neben anderen Themen die Wilseder Erklärung verfasst als Reaktion auf die Herausnahme der Fußpflege aus der Leistungspflicht der GKV.
Die Notwendigkeit einer professionellen Fußpflege zur Prävention des diabetischen Fußsyndroms hat die AG in den folgenden Jahren sehr gefördert. Mitglieder der AG haben Patienten unterstützt, die Klagen gegen die Herausnahme der Fußpflege aus dem Leistungskatalog angestrengt haben. Diese Klagen wurden in den entscheidenden Instanzen gewonnen und haben die Entwicklung hin zur professionellen Fußpflege wesentlich gefördert.


Eine wichtige und aufwendige Maßnahme der AG war die Einrichtung der Fortbildung Fußpfleger DDG. Letztendlich sind durch die Schaffung des Berufsbildes des Podologen und die Aufnahme der podologischen Therapie beim diabetischen Fuß in die Leistungspflicht der GKV diese Bemühungen der AG bestätigt worden.
Da das diabetische Fußsyndrom nach Meinung der AG noch nicht ausreichend in den Curricula der Podologenschulen gewürdigt ist, forderte die AG Diabetischer Fuß wiederholt die Integrierung des Curriculums Fußpfleger DDG in das bundeseinheitliche Podologen-Curriculum.
Die Mitwirkung des Vorstandes bei den Anhörungen des Bundesgesundheitsministeriums war insoweit erfolgreich, dass in dem Curriculum zum Podologengesetz das diabetische Fußsyndrom als eigenständiger Unterrichtspunkt erwähnt ist.
Es liegt aber weiterhin im Aufgabenbereich der einzelnen Schulen wie viele Stunden und welche Inhalte zum diabetischen Fuß unterrichtet werden. Zur Qualitätssicherung der Ausbildung zum Podologen hat sich nun kürzlich eine Arbeitsgemeinschaft Schulen für Podologie gebildet, an der sich bereits 15 Podologieschulen beteiligen. Durch Integration des Curriculums des Fußpflegers DDG in die Curricula der einzelnen Podologenschulen und entsprechende Zertifizierung durch die AG Diabetischer Fuß soll ein einheitlicher Standard der Ausbildung in Zukunft erreicht werden.


In Zusammenarbeit mit dem Bundesinnungsverband für Orthopädieschuhtechnik (BIV) bearbeitete eine Arbeitsgruppe der AG verschiedene Themen zur Schuhversorgung beim diabetischen Fuß.
Hieraus resultierte zum Beispiel das Stufen-Schema zur Schuhtechnischen Versorgung, das inzwischen breite Anwendung findet und auch zur besseren Akzeptanz der konfektionierten Schutzschuhe bei den Kostenträgern geführt hat.
Ein weiteres gemeinsames Projekt war die Qualitätssicherung der orthopädieschuhtechnischen Maßschuhversorgung, die aber leider bis heute vom BIV nicht umgesetzt wurde.


Ein weiteres Projekt von Arbeitsgruppen der AG Diabetischer Fuß, das über den Rahmen der AG hinauswirkt, war die Erarbeitung von Qualitätsstandards für die ambulante und stationäre Versorgung des diabetischen Fußes.
Sie beinhalten neben konkreten Vorgaben zur Struktur (Personal, Ausstattung, etc.) auch Vorgaben zu Behandlungsprozessen und strukturierte Vorgaben zur Erfassung von klar definierten Markern von Ergebnisqualität. Dazu kommen Module eines komplexen Qualitätsmanagements, die als Anforderung für geeignete Fußbehandlungseinrichtungen gestellt werden müssen.


Die Arbeitsgruppe Fußdokumentation hat einen einheitlichen Fuß-Dokumentationsbogen der AG Fuß in der DDG vorgestellt, der von der Mitgliederversammlung verabschiedet und den Mitgliedern zur Nutzung vorgeschlagen wurde. Vervollständigt wird der Bogen durch ein Addendum zur eindeutigen Begriffsdefinition und als Praxisleitlinie für einige der dargestellten Untersuchungen.


Thema einer weiteren Arbeitsgruppe war die Erarbeitung von Kodierempfehlungen zum Diabetischen Fußsyndrom im Rahmen der Einführung der DRGs für stationäre Behandlungseinrichtungen, die eine möglichst einheitliche und sachgerechte Kodierung durch die
Mitglieder der AG Diabetischer Fuß gewährleisten soll. Die Kodierrichtlinien sind auf der Homepage der AG einsehbar.


Im Jahr 2002 wurde eine AG-eigene Homepage (www.ag-fuss-ddg.de) etabliert, auf der aktuelle Themen und Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft eingesehen werden können.


Auf Anregung des Sprecherrates erfolgte die Übersetzung des International Consensus on the Diabetic Foot. Die deutsche Ausgabe ist im Dezember 1999 im Kirchheim Verlag mit einer Auflage von über 8000 Stück erschienen.


Die weiteren Jahrestreffen der AG Diabetischer Fuß fanden:
1996 in Gelnhausen,
1997 in Trier,
1998 in Bad Oeynhausen,
1999 in Haan, 2000 in Mannheim,
2001 und 2002 in Braunschweig,
2003 in Aachen und
2004 in Bernkastel-Kues statt.


Für den Vorstand

Prof. Dr. med. Maximilian Spraul, 1. März 2004

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Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß